Über den Familiennamen   S c h a c h t e l  (Zusammenfassung)    
Verfasser: Dipl.-Ing.(FH) Reiner Schachtel


Ursprung des Namen

Der uralte Familienname Schachtel, ist ein sogenannter Ämtername, der in der Form Schachtelli schon für das Jahr 1333 in Freiburg / Breisgau im deutschsprachigen Raum nachgewiesen wurde.
Der Name wird zu dem mittelhochdeutschen Wort Schachtelan, in der Bedeutung "Kastellan, Burgvogt" der hochdeutschen Sprache des 11. bis 15. Jahrhunderts, gestellt.

Das mittelhochdeutsche Wort Schachtelan oder Schahtelan ist eine Entlehnung aus dem Mittelfranzösischen der französischen Sprache des hohen und späten Mittelalters.
Hier findet man die Worte Châtelain,Châtelan, Châstellain, zugehörig zu dem lateinischen Castrum (vgl. Castell / Kastell für "Festung" oder "Burg").

In der Schweiz entwickelten sich auch die Namen Tschachtli, Schachtli, die sich bis heute erhalten haben.
Die Berner Chronik von 1871, Seite 495 bezeichnet (t)schachtlan für den Castellan. Auch schon im Freiheitsbrief der Stadt Bern von 1386 wird vom Tschachtlan des Simmentals (Obersibental)
geschrieben.
Vom Berner Chorgericht gibt es mit Datum 13. November 1536 die Notiz "An tschachtlan von Nidersibental..."(aus der "Geschichte der Täufer" in der Schweiz).

In der heutigen französischen Sprache gibt es das Wort Châtel (Burg). So liegt z.B. in der Normandie der Ort Neufchâtel (Neuburg). Von dort kommt auch ein bekannter Weichkäse gleichen Namens.

Das Amt des Schachtelans/Kastellans/Vogtes geht in verschiedener Art und Weise auf das "staatliche Beamtentum" des frühen Mittelalters der Karolingerzeit zurück. Dieses Amt fungierte als weltlicher
Vertreter von kirchlichen Institutionen in weltlichen Angelegenheiten. Im Laufe des Mittelalters (ab dem 10.Jahrhundert) wurde dieses Amt auch mit der Verwaltung von kaiserlichen oder herrschaftlichen
Besitz, auch als erbliche Lehen des Hochadels, eingesetzt. Die Amtsbezeichnung "Burgvogt" oder "Burghauptmann" hatte sich aber später in Deutschland durchgesetzt. In Österreich hat sich auch die
Bezeichnung
"Landeshauptmann" bis heute erhalten.

Verbreitung des Namen zur heutigen Zeit

Den Familiennamen Schachtel gibt es in unterschiedlicher Schreibweise in Europa, vor allem in Deutschland, in Nord- und Südamerika und auch in Australien.

Deutschland: ca.     10 Familien/Personen mit dem Namen Schachtel    in Mitteldeutschland, NS, NRW, HE, BY
                      ca.   102 Familien/Personen mit dem Namen Schachtl      meistens in BY (Oberbayern, Franken)
                      ca.     15 Familien/Personen mit dem Namen Schachteli   in NRW, auch HE, BY
                                  2 Familien/Personen mit dem Namen Schachtely  in BW, HE

Den Namen gibt es noch relativ oft in den USA, Brasilien, aber auch in Australien, Russland, Frankreich, Polen oder, wie schon erwähnt, in der Schweiz.
Die Schreibweise kann dabei auch wie folgt sein:

In den USA/Brasilien   Shattle, Shattles, Schattle, Schattel,
in Australien auch        Shackle,
in Polen                        Szachtel,
in Frankreich                Châtel, Chatel, Chastel.

Bei den Religionen konnte der Namen bisher mit Christen in Deutschland, der Schweiz, in den USA, sowie auch mit Juden in den USA und in Deutschland in Zusammenhang gebracht werden.

Quellen

Universität Leipzig, Institut für Slawistik, Namenberatungsstelle - Gutachten vom 12.04.2005,
Telefonverzeichnis Deutschland der Telecom AG im Internet (von 2006+2009),
Datenbank im Internet, International Genealogical Index der Mormonen-Kirche USA (von 2006),
Datenbank im Internet - "www.familysearch.org" (von 2006),
Datenbank im Internet - "www.digibert.ch/justinger/Berner Chronik" (von 2009),
Weitere Quellen zum Namen/zur Bezeichnung "Tschachtlan" (Tschachtlanchronik-Wikepedia) im Internet  (2011),
Nachforschungen in Kirchenbüchern und Dateien der Standesämter zur Stammfolge der Familien Schachtel, Reiner, Erfurt und Schachtel, Volker, Sangerhausen-OT Riestedt (Mansfeld-Südharz-Kreis)
zurück bis zum Urahnen Schachtel, Hans, geboren um 1560 in Königerode oder Hermerode (Südharz) über 13 Generationen  (von 2005 bis 2007)